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29.05.07 22:24 Thorsten Dütsch

Von der Sprachlosigkeit über die Ereignisse in Moskau

Viele Menschen sind sprachlos, nahezu geschockt. Schwule in Moskau werden geprügelt, getreten und angespuckt. Und die Welt schaut zu?

Nach den gewalttätigen Festnahmen schwuler Aktivisten in Moskau, äußern sich immer mehr Politiker Europas zu dem harten Vorgehen der russischen Sicherheitskräfte. Aber leider nicht alle.

Was ist passiert?

Der Schwulenaktivist Nikolai Alexejew hatte für vergangenen Sonntag eine CSD Parade beantragt. Diese wurde vom Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow wie schon im letzten Jahr verboten. Das sei ein „Werk des Teufels“ ließ er verlauten. Als Zeichen der Solidarität sind einige europäische Politiker, darunter auch der Bündnisgrüne Volker

Beck nach Moskau gereist, um dort an einer Menschenrechtskonferenz teilzunehmen. Ergebnis der Konferenz: eine Petition, die für die Versammlungsfreiheit in Russland werben sollte. Diese Petition sollte dann beim Moskauer Bürgermeister abgegeben werden. Dazu kam es dann allerdings nicht.

Prügel, Tritte, Beschimpfungen - und die Polizei schaut zu

Die Aktivisten wurden von mehreren hundert Rechtradikalen und Ultraorthodoxen empfangen, geschlagen, getreten und angespuckt. Selbst als einige zu Boden fielen hörte die Gewalt nicht auf und sie traten weiter auf die friedlichen schwulen Männer ein. Und das unter den Augen der Polizei, die sich das zunächst angeschaut hat.

Dann gab es Verhaftungen. Anstatt aber die gewalttätigen Rechtsextremen zu verhaften, wanderten die Aktivisten um Nikolai Alexejew und auch der Grüne Volker Beck in den Knast. Beck kam nach einer Stunde wieder raus. Alexejew wurde über einen Tag festgehalten.

Unrecht im Gerichtssaal

Am Montag wurde Alexejew vor einem Gericht vorgeführt. Von einer Festnahme will die Richterin aber nichts wissen. Nach ihren Unterlagen ist Alexejew frei. Er wäre nie verhaftet worden. Selbst Proteste von Beck und dem Anwalt, die Festnahme zu Protokoll zu geben, ignorierte sie. Nach Wortgefechten vertagte die Richterin das Verfahren gegen Alexejew auf den 9. Juni. Klar, denn dann interessiert sich die internationale Öffentlichkeit nicht mehr so sehr dafür.

Warum schweigen viele?

Viele Politiker in ganz Europa äußern sich mittlerweile besorgt, über das harte Vorgehen der russischen Behörden.

Auch unsere Bundesregierung, die große Koalition aus CDU und SPD gibt ein klares Statement ab:

Sie schweigt.

Sie schweigt zu Becks Verhaftung,

sie schweigt zur Gewalt gegen Schwule in Moskau,

sie schweigt zur Willkür der russischen Miliz.

Aber nicht nur die Bundesregierung schweigt. Ich, als Autor der Meldungen zu diesem Thema hier bei GA stelle fest, auch hier wird geschwiegen.

Oder doch nicht?

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Kein neuer Beitrag Da sollte wirklich was gemacht werden OfflineSunsetgay (37) 30.05.2007
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