Türkei
Offenbar schwuler Ehrenmord in Istanbul
Ein 26-jähriger Mann aus dem türkischen Istanbul ist offenbar wegen seiner Homosexualität erschossen worden.
Seine Freunde sprechen in Medienberichten vom ersten schwulen Ehrenmord in der Türkei. Der Mann verließ ein Café, als ihn die tödlichen Schüsse trafen. „Er wurde das Opfer eines Krieges zwischen der alten Mentalität und immer liberaler werdenden Bürgerrechten“, sagt ein Freund des Opfers und Mitglied der vor kurzem verbotenen Homo-Organisation Lambda Istanbul. Gegenüber dem britischen „Indepentent“ drückt er seine Hilflosigkeit aus. „Wir versuchen, auf die Rechte von Lesben und Schwulen in diesem Land aufmerksam zu machen, aber je sichtbarer wir werden, umso mehr werden wir zur Zielscheibe für solche Angriffe“.
Ein weiterer Freund bestätigt, dass sich die Eltern des Opfers ständig wegen ihm gestritten hätten. Seinen Angaben zufolge wollte die Familie ihn in den Osten der Türkei zurückholen und von einem Arzt heilen lassen, um eine Frau zu heiraten. Nach dem Coming-out habe das Opfer mehrere Morddrohungen erhalten, sodass er Anzeige erstattet habe.
In den türkischen Medien wird dieser Fall bisher nicht beachtet.
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