Moskau
Schwule von Rechtsextremen in Moskau verprügelt
Trotz Verbot haben Schwule und Lesben in Moskau demonstriert. Dabei sind zahlreiche Teilnehmer von Rechten verprügelt und von der Polizei verhaftet worden.
Volker Beck war eine Stunde in Moskau in Polizeigewahrsam
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck ist am Sonntag in Moskau eine Stunde lang von der Polizei festgehalten worden. Zusammen mit Kollegen des italienischen und des EU-Parlaments und Homo-Aktivisten wollte er eine Petition zur Versammlungsfreiheit beim Bürgermeisteramt der russischen Hauptstadt abgeben. Dazu kam es allerdings nicht. Vor dem Gebäude sind sie von einer
homophoben Menschenmenge mit Tomaten und Eiern beworfen und von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Beck meldete sich aus dem Polizeiwagen telefonisch bei seiner Fraktion in Berlin. Konkrete Vorwürfe wurden nicht erhoben.
Nach der Freilassung ist Beck von Beamten der französischen Botschaft in Moskau in sein Hotel zurück eskortiert worden, so Christoph Schmitz, Sprecher der Grünen-Fraktion. Er verwies darauf, dass Beck wegen des Verbots nicht an der Kundgebung vor dem Rathaus beteiligt war. Das Auswärtige Amt sei von dem Vorfall informiert worden.
Rechtsextreme verprügeln friedliche Demonstranten
Auch der russische Homo-Aktivist Nikolai Aleksejew ist von der Polizei verhaftet worden. Er setzt sich seit Jahren für die Rechte Schwuler und Lesben ein. Zu der Kundgebung in der Innenstadt kamen einige dutzend Homosexuelle. Dem gegenüber standen hunderte russische Rechtsdradikale. Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtet, sind einige von ihnen auf die friedlichen Demonstranten losgegangen und hätten sie verprügelt. Erst dann ist die Polizei eingeschritten und hat zahlreiche Homosexuelle gewaltsam verhaftet.
Grüne Vorsitzende Claudia Roth“: Putins Russland verletzt systematisch Menschenrechte“
Die Grünen kündigten an, dass sich Parteichefin Claudia Roth am Montag in Berlin an einer Demonstration für „Versammlungsfreiheit für Lesben und Schwule - auch in Moskau!“ beteiligen werde. Sie forderte Kanzlerin Merkel auf, die „systematische Menschenrechtsverletzungen“ in Russland beim G8-Gipfel anzusprechen.
Die Festnahme Becks zeige, dass „in Putins Russland Grundrechte systematisch verletzt werden“. Der offen schwule FDP-Politiker Michael Kauch äußerte sich ähnlich. Beim EU-Russland-Gipfel hatte die Kanzlerin bereits deutliche Kritik an Putin geübt, weil Demonstrationen der Opposition verboten worden waren.
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