Zu riskant
Schwule dürfen weiterhin kein Blut spenden
Das Blutspendeverbot für Schwule sollte nach Ansicht eines Transfusionsmediziners trotz des gestiegenen Bedarfs an Blutkonserven auch weiterhin gelten.
Abgabe einer Blutspende bei der US Navy. Foto: Wikipedia
Das sagt der Chefarzt der Mobilen Blutspende des Bayerischen Roten Kreuzes, Michael Wichmann, obwohl er einräumt, dass nicht alle homosexuellen Männer ständig wechselnde Partner und ungeschützten Sex hätten. Dennoch zählten sie wie auch Häftlinge oder Prostituierte zu den Gruppen, die besonders häufig mit Viren wie HI oder Hepatitis B/C infiziert seien. Deshalb dürften diese Personengruppen nach den Richtlinien der Bundesärztekammer kein Blut spenden.
„Der Einzelperson tut man da unter Umständen zwar Unrecht, aber der Schutz des Patienten, der ein Blutprodukt bekommt, ist höher zu bewerten“, sagte Wichmann. Das Spenderblut werde zwar untersucht, es bleibe aber auch nach einem negativen Test ein Restrisiko, dass eine Konserve mit einem Virus infiziert ist, denn frisch nach einer Infektion zeigen die Tests diese nicht an, so der Arzt weiter. So könne eine HIV-Untersuchung in der Frühphase der Infektion - etwa in den ersten 21 Tagen - negativ ausfallen, obwohl das Blut einen Virus in sich trage. Dieses Restrisiko soll mit dem Ausschluss bestimmter Spendergruppen verringert werden.
Lesben dürfen spenden
Dass sich homosexuelle Männer ausgegrenzt fühlen, weil sie im Gegensatz zu Lesben kein Blut spenden dürfen, ist Wichmann zufolge verständlich. „Lesben sind keine Risikogruppe, weil beim Sex zwischen Frauen in der Regel kein Blutkontakt besteht.“ Bei Schwulen hingegen könnten HI-Viren, die die Immunschwächekrankheit Aids auslösen, durch ungeschützten Analverkehr übertragen werden.
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