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10.08.08 18:03 Kai Tillmann

Schweizer Aidshilfe

Gegen Bestrafung von HIV-Übertragung

Die Aidshilfe Schweiz spricht sich dagegen aus, Menschen zu bestrafen, die andere Menschen mit HIV anstecken.

Wenn zwei Menschen einvernehmlich Sex haben, seien in der Regel beide Partner in gleicher Weise mitverantwortlich, heißt es. Daher sei es falsch, die gesamte Verantwortung auf dem HIV-positiven Partner zu schieben und diesen zu bestrafen. Die Bestrafung führe nach Ansicht der Schweizer Aidshilfe zu einer Kriminalisierung und einer weiteren Stigmatisierung der HIV-positiven Männer und Frauen in der Schweiz, erklärt Thomas Lissy anlässlich der Lokaler Linkin Mexiko zu Ende gegangenen Welt-Aids-Konferenz.

Die aktuelle Praxis, den HIV-positiven bei Übertragung der Krankheit zu bestrafen, könnte in der Bevölkerung so interpretiert werden, dass man sich künftig beruhigt auf ungeschützte Sexualkontakte einlassen darf, weil die Einhaltung der Safer-Sex-Regeln nur einseitig bestehe. „HIV kann nicht mit dem Strafrecht bekämpft werden sondern vor allem durch eine Prävention die an die Eigenverantwortlichkeit des Einzelnen appelliert“, so Lissy. Das Strafrecht solle nur bei böswilliger Ansteckung angewendet werden, wenn ein HIV Positiver absichtlich andere Menschen mit HIV infiziert, bei Gewalt, einem Abhängigkeitsverhältnis oder aber wenn in einer festen Beziehung der eine Partner dem anderen ein Risikoverhalten verschweigt, so Lissy weiter.

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