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01.09.07 13:06 Thorsten Dütsch

HIV-Präventionskampagnen ohne Erfolg

Nach wie vor infiziert sich in Berlin täglich ein Mensch neu mit HIV. Damit zeigen die Präventionskampagnen nicht die gewünschten Erfolge, berichtet die „Berliner Morgenpost“.

420 HIV-Neuinfektionen gab es im Jahr 2006 allein in der Hauptstadt, schätzt das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI). Knapp 10000 Berliner haben die Immunschwächekrankheit, sind somit chronisch krank und müssen ihr Leben lang Medikamente nehmen.

Vor dem Hintergrund der nach wie vor hohen Infektionsraten müssten Aufklärungs- und Präventionsarbeit überdacht werden, sagte RKI-Wissenschaftler Ulrich Marcus. Kai-Uwe Merkenich, Geschäftsführer der Berliner Aidshilfe e.V., forderte, die Aufklärung für Jugendliche müsse anders aussehen als für schwule 30-Jährige.

Kritik übten die Aids-Fachleute sowohl am Senat als auch an den gesetzlichen Krankenkassen. Die Landesregierung fördere Aids-Projekte seit Jahren mit der gleichen Summe, jährlich 2,2 Millionen Euro, obwohl die Erkrankungszahlen gestiegen seien, so Merkenich. Die Krankenkassen wiederum, so Dietmar Schranz, Berliner Internist mit HIV-Schwerpunktpraxis, wollten bei den HIV-Praxen sparen. Den Ärzten mit Spezial-Ambulanzen drohe eine Budgetkürzung von 25 Prozent.

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