853 Leser 0 Kommentare
08.07.08 18:41 Thorsten Dütsch

Zusatzleistungen benötigt

HIV trifft arme Menschen besonders

Für sozial schwache Menschen stellen HIV und Aids eine starke finanzielle Bedrohung dar.

Aids sei zwar keine Krankheit der Armut, Armut wirke sich bei der Aids-Erkrankung aber besonders nachhaltig aus, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung, Hans Christoph Uleer. Den Angaben zufolge stellten im Jahr 2007 insgesamt 4269 Menschen einen Antrag auf Einzelhilfe bei der Stiftung.

„Die Menschen, die um Hilfe nachsuchen, sind kein spiegelbildliches Abbild der Erkrankten und Infizierten, sondern es sind die sozial Schwachen“, sagt der Geschäftsführende Vorstand Ulrich Heide. Das zeige sich auch in dem überproportional hohen Anteil weiblicher Antragsteller: Ein Drittel der Anträge seien demnach von Frauen gekommen.

Die HIV-positiven und an Aids erkrankten Menschen hätten in den vergangenen Jahren unter einer Reihe von gesetzlichen Änderungen zu leiden gehabt, betont Heide. Besonders zu schaffen mache vielen die Tatsache, dass mit der Einführung von Hartz IV die Zahlung von bedarfsorientierten Nothilfen zugunsten höherer Pauschalbeträge eingestellt wurde, heißt es. Zwar können gesundheitlich beeinträchtigte und chronisch kranke Hartz IV- und Sozialhilfebezieher Mehrbedarf etwa für Ernährung oder Hygiene beantragen - die Bewilligung falle aber je nach Bundesland höchst unterschiedlich aus. „Ganz offensichtlich geht es nicht um den objektiven Bedarf der Betroffenen, sondern um die Finanzlage der jeweiligen Kommunen“, betont Heide.

PRIDE1aktuell – stündlich einfach besser informiert

Schreibe den ersten Leserkommentar zu diesem Artikel

Zu diesem Artikel hat noch niemand einen Leserkommentar geschrieben. Um selbst einen Kommentar zu schreiben, musst du eingeloggt sein.