Jamaikanische Hass-Sänger
Grüne machen mobil gegen Hass-Musik
Die Grünen im Deutschen Bundestag haben in dieser Woche eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zur Lage der Homosexuellen auf Jamaika eingebracht.
Auftritt von Bounty Killer bei Island Explosion 2006. Foto: Wikipedia
Homosexualität ist in Jamaika illegal und
Homophobie kulturell tief in der Gesellschaft verankert. Bis zu 15 Jahre Haft drohen für einfaches Händchenhalten. Körperverletzungen und Morde an Homosexuellen haben nach Presseberichten in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Die jamaikanische Homosexuellenorganisation J-Flag spricht von 30 Morden an Homosexuellen von 1997 bis 2004.
„Die meisten jamaikanischen Musiker haben homosexuellenfeindliche Lieder im Repertoire, in denen offen zu Gewalt und Mord an Homosexuellen aufgerufen wird“, erklären die Grünen. Einige dieser Musiker, wie
Bounty Killer und
Sizzla treten regelmäßig in Deutschland auf. Die homophoben Texte der Musiker haben international zu Kampagnen geführt. Sowohl „Sizzla“ als auch „Bounty Killer“ sind mittlerweile europaweit zur Zurückweisung an den Grenzen ausgeschrieben. In Spanien mussten deshalb bereits Konzerte abgesagt werden.
Es muss jetzt geprüft werden, welche Maßnahmen ergriffen werden können, damit die einschlägigen CDs mit den Aufrufen zu Mord und Gewalt in Deutschland
nicht mehr verkauft werden dürfen. „Dies ist auch im Interesse der allermeisten Reggae-Fans, die sich mit Gewalt- und Mordaufrufen an Minderheiten nicht identifizieren können“, erklären die Grünen weiter. Die Grünen betonen zudem, dass dieses nicht nur für Reggaesänger aus Jamaika gelte, sondern auch für rechtsextremistische Neonazi-Bands oder
bestimmte deutsche Rapper. „Wir können diese Hassmusik nicht aus der Welt schaffen. Wir können aber dafür sorgen, dass in Deutschland und Europa niemand Geld damit verdient, dass er zu Mord und Gewalt aufruft. Zumindest das sind wir den Opfern antihomosexueller Gewalt schuldig.“
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