Gesetzeslücke ausgenutzt
Erste Homo-Ehen in Griechenland geschlossen
Eine Lücke im Gesetz macht es möglich: In Griechenland haben am Dienstag die ersten lesbisch-schwulen Paare geheiratet.
Gegen den Willen der orthodoxen Kirche, des Justizministers und des Staatsanwalts von Athen hat der Bürgermeister der Insel Tilos zwei Männer und zwei Frauen standesamtlich getraut. „Was auf Tilos stattgefunden hat ist illegal und ungültig. Trauungen dieser Art sind nicht vorgesehen“, sagte der griechische Justizminister.
Der Bürgermeister sieht in einem Gesetz von 1982 eine Lücke, die es ihm möglich mache, homosexuelle Menschen zu trauen. Wörtlich heißt es dort, dass die Ehe zwischen „zwei Menschen“ geschlossen werden dürfe. Damit ist die Ehe nicht auf Mann und Frau beschränkt.
In Griechenland rechnet man jetzt mit einem langen juristischen Streit. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob Anklage gegen den Bürgermeister von Tilos erhoben werden sollte. Der Bürgermeister verteidigt die Trauung. „Ich habe nur meine Pflicht als Mensch getan. Alle Menschen haben Anspruch auf Glück und zu definieren, wie sie und mit wem sie leben wollen.“
Der griechische Lesben- und Schwulenverband geht davon aus, dass der griechische Staat auf juristischem Weg früher oder später das Problem im Sinne der Schwulen und Lesben lösen muss. Griechenland hat als EU-Mitglied Verträge unterzeichnet, nach denen es keine Diskriminierung geben darf. Notfalls werde das Thema bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte getragen.
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