ESC-Finale: lesbische Sängerin gewinnt
Freude in Serbien - Enttäuschung in Deutschland. Roger Cicero beim ESC nur auf Platz 19.
Sängerin Marija Serifovic freut sich über ihren Sieg
Zum ersten Mal in der 52-jährigen Geschichte des Eurovision Song Contest (ESC) hat Serbien mit ihrer offen lesbischen Sängerin Marija Serifovic den Wettbewerb gewonnen. Mit ihrer Ballade „Molitva“ schaffte sie einen satten Vorsprung vor der Ukraine und Russland. Serbien hat in diesem Jahr erstmals als unabhängiges Land teilgenommen. In den vergangenen Jahren haben Serbien und Montenegro noch einen gemeinsamen Künstler zum ESC geschickt.
Deutschlands Hoffnungsträger Roger Cicero belegte mit seiner Swing-Nummer „Frauen regier’n die Welt“ nur den 19. Platz, und war damit noch schlechter als Texas Lightning im vergangenen Jahr, die den 15. Platz erreicht haben.
Roger Cicero schaffte nur Platz 19
In der ARD zeigte sich Cicero enttäuscht: „Dass es doch so extrem ausgeht, damit hätte ich persönlich jetzt doch nicht ganz gerechnet“. Heinz Rudolf Kunze, der beim deutschen Vorentscheid gegen Cicero angetreten war, äußerte sich empört: „Das hat er nicht verdient. Es gab keinen Beitrag, der musikalisch an Roger herangereicht hätte. Wenn man auf handgemachte, authentische Musik steht, hat Roger alle weit abgehängt. Schade, dass die anderen Länder das nicht verstanden haben“.
Kritik an Punkteschieberei
Dieser Song Contest war einmal mehr der ESC der Osteuropäer. Denn unter den ersten 16 Plätzen waren, von der Türkei und Griechenland abgesehen, nur osteuropäische Länder. Das führte erneut zu hitzigen Diskussionen über Punkteschieberei zwischen osteuropäischen Freunden. „Es gibt da Seilschaften“, beklagte sich Heinz-Rudolf Kunze. Bereits nach dem Halbfinale am Donnerstag ist der Ruf nach einer Regeländerung laut geworden. Neun der zehn Künstler, die den Sprung ins Finale schafften, kamen aus dem Osten Europas.
Der nächste ESC kommt damit im kommenden Jahr aus Belgrad.
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| Contest | 15.05.2007 |
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