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23.08.07 20:42 Thorsten Dütsch

Demonstration gegen Bushido am Samstag

Aus Protest gegen den geplanten Auftritt des Rappers Bushido bei einem Anti-Gewalt-Konzert in Berlin der Jugendzeitschrift Bravo hat das schwule Informations- und Beratungszentrum Mann-O-Meter für Samstag zu einer Demonstration aufgerufen.

Bushido (bei einem Konzert Anfang 2006), Quelle: WikipediaBushido (bei einem Konzert Anfang 2006), Quelle: Wikipedia

Bushido, der in seinen Songs Gewalt verherrliche, sei als Botschafter gegen Gewalt „die völlig falsche Besetzung“, heißt es in einer Mitteilung. Mit seinem Auftritt drohe das Konzert „zu einer Farce zu verkommen“. Solange sich der Rapper nicht von seinen schwulenfeindlichen Texten distanziere, ist er dem Zentrum zufolge bei der Veranstaltung fehl am Platz.

Mit dem Konzert unter dem Motto „Schau nicht weg! - Gegen Gewalt an der Schule!“ vor dem Brandenburger Tor wollen sich Künstler für ein friedliches Miteinander und mehr Toleranz an Schulen stark machen.Eine jüngst veröffentlichte Studie von Mann-O-Meter zeige, dass zwei Drittel der schwulen und bisexuellen Schüler unter 18 Jahren direkt von Gewalt betroffen seien.

An dem vom TV-Sender Viva live übertragenen sechsstündigen Event nehmen unter anderen Sarah Connor, Gentleman, Mia, US 5 und Monrose teil.

LSVD unterstützt Demo gegen Bushido

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) fordert Bravo-Chefredakteur Tom Junkersdorf auf, seine Vogel-Strauß-Politik zu beenden und den Auftritt des Rappers Bushido beim für Samstag geplanten „Konzert gegen Jugendgewalt“ abzusagen. Trotz aller Proteste hält Junkersdorf verbissen am Auftritt des schwulenfeindlichen Rappers fest, heißt es in einer Mitteilung. „Damit machen sich Junkersdorf und sein Jugendmagazin zum Komplizen dieses Hasspredigers“, so Alexander Zinn, Sprecher des LSVD Berlin-Brandenburg. Wie er weiter mitteilt, habe Junkersdorf auf Proteste gegen den Bushido-Auftritt mit einem völlig nichtssagenden Standard-Schreiben geantwortet. Auf Kritik an den schwulenfeindlichen Texten des Rappers sei er mit keinem Wort eingegangen. Das Anliegen des Konzertes werde durch Junkerdorfs Verhalten vollkommen diskreditiert. Der LSVD erwartet von Junkersdorf, dass er nicht länger wegschaut und die schwulenfeindlichen und gewaltverherrlichenden Texte von Bushido zur Kenntnis nimmt. Den Demoaufruf des Berliner Anti-Gewalt-Projektes Maneo gegen Bushido am Samstag unterstützt der LSVD.

Termin

Samstag, 25. August 2007 um 15 Uhr
Ecke Straße des 17. Juni / Yitzhak-Rabin-Straße in Berlin

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