Berlin
Empörung nach Anschlag auf Homo-Denkmal
Nach dem Anschlag auf das Homo-Denkmal in Berlin äußerten sich Politiker und Organisationen bestürzt.
Presseandrang bei der Eröffnung des Denkmals am 27. Mai 2008. Foto: Paul David Doherty (Wikipedia)
Günter Dworek vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) bezeichnete die Demolierung als eine Schande. Für ihn spreche alles dafür, dass es sich hier um eine Tat gegen Homosexuelle handelt. Der LSVD verurteilt den Anschlag aufs das Schärfste. Jede Attacke auf einen Gedenkort für NS-Opfer sei widerlich und empörend, so Dworek. Der Anschlag mache drastisch deutlich, wie notwendig dieses Denkmal ist. „Die im Denkmal gezeigte Kussszene trifft offenbar ins Schwarze. Auch in einer demokratischen Gesellschaft gibt es Menschen, die es nicht ertragen können, wenn sich zwei Männer im öffentlichen Raum küssen“, erklärt er weiter.
Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) zeigen sich erzürnt und bestürzt. Der Bundesvorsitzende Reinhard Thole hat sich am Sonntag vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. „Die Zertrümmerung der massiven Glasscheiben zeugt von einem unglaublichen Hass und einem hohen Maß an krimineller Energie“, so Thole.
Am Wochenende hat ein Passant entdeckt, dass das
Sichtfenster am Denkmal zerschlagen wurde. Durch das Fenster ist ein Film zwei sich küssender Männer in Endlosschleife zu sehen. Das Denkmal wurde erst
im Mai dieses Jahres eingeweiht und soll der homosexuellen Opfer des NS-Regimes gedenken. Der LSVD ruft für Montag, 18. August 2008 um 17 Uhr zu einer Mahnwache am Denkmal auf.
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