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31.03.08 12:02 Thorsten Dütsch

Homoverdacht

Auf dem Klo eingesperrt

Weil er dachte, dass sie schwul sind, hat ein städtischer Kanalarbeiter zwei Männer in einem Toilettenhäuschen eingesperrt.

Symbolfoto: © Joexx (Photocase)Symbolfoto: © Joexx (Photocase)

Das Amtsgericht Frankfurt verurteilte den Mann jetzt wegen Freiheitsberaubung zu einer Geldstraffe von 1200 Euro. Jeweils 400 Euro erhalten die beiden Männer, die restlichen 400 Euro sollen an eine gemeinnützige Einrichtung gehen.

Der Kanalarbeiter hatte vor Gericht gestanden, dass er die beiden Männer für schwul gehalten hat. Und weil sexuelle Handlungen nicht in eine öffentliche Bedürfnisanstalt gehörten, habe er sie kurzerhand eingeschlossen. Es sei kurz vor 18 Uhr gewesen, als der Angeklagte die öffentliche Toilette aufgesucht hatte. Dabei sei ihm ein Mann - einer der beiden Opfer - aufgefallen, der schräg hinter ihm vor der WC-Kabine gewartet und sich den rechten Arm eingecremt habe.

Da die Kabinentür verschlossen gewesen sei, habe er eine weitere Person in der Kabine vermutet. Der Angeklagte habe ihn angesprochen, was er hier machen würde. „Dann ist er raus gegangen und hat die Tür abgeschlossen. Ich habe auch ein Lachen gehört“, sagte er vor Gericht aus. Über eine Stunde haben die Männer an die Wand des Toilettenhäuschens geklopft, bevor sie jemand gehört hatte und sie befreit werden konnten.

Der vorsitzende Richter sagte, dass ein solches „Moral-Sheriff-Gehabe“ keineswegs akzeptabel sei. Hier hätte leicht auch viel Schlimmeres passieren können, wenn beispielsweise die Männer unter Platzangst gelitten hätten.

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