Zu teuer
Aids-Beratungsstelle wird geschlossen
Die Aids-Beratungsstelle am Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg soll im kommenden Jahr geschlossen und mit der Zentralen Beratungsstelle für sexuell übertragbare Krankheiten zusammengelegt werden.
Das ergab die Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Lutz Kretschmann-Johannsen und Tanja Bestmann. Tanja Bestmann kritisierte die Entscheidung als falsch und forderte den Senat auf, kurzfristig sein Konzept für das neue Angebot vorzulegen. Es müsse sichergestellt sein, dass das neue Angebot ebenso gut wahrgenommen werde wie die bisherigen Angebote. „Es darf gar nicht erst der Eindruck entstehen, es gebe Entspannung bei der Frage sexuell übertragbarer Krankheiten“, sagte Bestmann.
30 Prozent mehr HIV-Infektionen
Der grüne Bürgerschaftsabgeordnete Farid Müller hatte erst im August darauf hingewiesen, dass die Zahl der HIV-Infektionen von 2005 bis 2006 bundesweit und in Großstädten um 30 Prozent zugenommen habe. „In Hamburg gibt es wieder 200 Neuinfektionen pro Jahr, so wie in den 90er-Jahren“, sagte Müller.
Neues fachliches Konzept schon erprobt
Die Gesundheitsbehörde weist die Vorwürfe der SPD-Fraktion zur Aids-Beratung zurück. Behördensprecher Hartmut Stienen sagte, die Aids-Beratungsstelle falle nicht weg, sondern es gebe ein neues fachliches Angebot. Mit diesem „aus fachlicher Sicht sinnvollen Konzept“ folge Hamburg einem bundesweiten Konsens in dieser Frage. Es werde bereits in Köln, Bremen, Frankfurt und München umgesetzt. Im Zuge der Zusammenlegung werde es auch die kostenlosen HIV-Testberatungen weiter geben, hieß es.
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