Reform bei Adoptionen in Großbritannien
Blair macht Kirche Lösungsvorschlag
Homosexuellen Eltern soll im neuen Antidiskriminierungsrecht das Adoptionsrecht zugestanden werden. Zwischen Regierung und kirchlichen Agenturen ist ein Streit entbrannt.
Tony Blair beim NATO-Gipfel 2002 (Quelle: Wikipedia)
Der britische Premierminister Tony Blair hat in einer parlamentarischen Sitzung eine mögliche Lösung im Streit um römisch-katholische Adoptions-Agenturen eingebracht. In der fast drei Stunden andauernden Sitzung betonte Blair, dass er die Schließung von katholischen Adoptions-Agenturen sehr bedauern würde. Andererseits gäbe es aber keine Entschuldigung für die Diskriminierung homosexueller Eltern.
In einem Gespräch mit dem Unterhaus macht er den Vorschlag, dass religiöse Einrichtungen eine Arbeitsgemeinschaft mit nicht-religiösen Adoptions-Agenturen gründen würden. So könnten Kirchenträger dann in Zusammenarbeit mit anderen Organisatoren gleichgeschlechtlichen Partnern indirekt eine Möglichkeit zur Adoption anbieten.
Hintergrund
In Großbritannien soll das Antidiskriminierungsgesetz unter anderem im Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare reformiert werden. Bereits in der vergangenen Woche hatte Blair unterstrichen, dass es keine Ausnahme für katholische Adoptions-Agenturen geben wird. Ihnen würde lediglich eine längere Übergangszeit bis Ende 2008 eingeräumt. Daraufhin hatte der katholische Kardinal für England und Wales, Cormac Murphy-O’Connor, mit der Schließung der katholischen Adoptions-Agenturen gedroht.
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