Für viele Heterosexuelle ist die Zuneigung zum eigenen Geschlecht nur in Verbindung mit Hass auf das andere Geschlecht möglich.
In Wirklichkeit ist es so: Schwule sind schwul: Nicht weil sie sich vor Frauen ekeln, sondern weil sie Männer lieben. Lesben sind lesbisch, weil sie Frauen lieben und nicht, weil sie Männer hassen. Das ist das eine.
Selbstverständlich gibt es Schwule, die sich vor Frauen ekeln, genauso wie es Schwule gibt, die Frauen durchaus sexuell anziehend finden. Selbstverständlich gibt es Lesben, die unglaublich sauer sind auf Männer. Das hängt vor allem damit zusammen, dass Lesben oftmals von Typen à la Freddy Schürzenjäger belästigt werden. Diese Männer meinen eine Lesbe wieder auf den „richtigen“ Weg bringen zu können, wenn sie über sie herfallen. Dass so ein mieses Mackerverhalten Hassgefühle produziert ist wohl leicht zu verstehen. In gleicher Weise bekommen Lesben ? an und für sich alle Frauen ? in unserer Gesellschaft zu spüren, welch geringschätzige Meinung die meisten Männer von Frauen haben. Ist da Hass auf Männer verwunderlich?
Es sind in der Regel Heterosexuelle, die einen körperlichen Kontakt mit dem eigenen Geschlecht verabscheuen. Der Ekel entspringt dabei der inneren Ablehnung von Homosexualität. Für Homosexuelle existiert die Ablehnung allerdings nicht ? warum also sollten sie sich ekeln? Homosexualität ist die Zuneigung zum eigenen Geschlecht, nicht der Widerwille gegenüber dem anderen.
Meine Erfahrungen zeigen, dass Frauen mit Schwulen sehr gut auskommen, weil keine Gefahr der sexuellen Belästigung besteht. Auf einer bekannten Wiese in Köln (am Aachener Weiher, dient als Treffpunkt für Schwule) sonnen sich Frauen oben ohne, weil sie von den Gays nicht angegafft werden. Ich habe sehr gute Freundinnen, mit denen ich über alles reden kann.
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