| 01.01.00 19:08 | Fruchtzweg |
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Das Internet. Welten stehen vor einem offen, wenn man das World Wide Web benutzt. Mann kann dort nicht nur Informationen finden, nein, man kann auch Sex finden den sogenannten Cyber-Sex. Cyber-Sex ist die Kommunikation zwischen zwei Menschen, die auf der Suche nach Erotik sind. Beim Cyber-Sex kommt es nicht zum körperlichen Kontakt zwischen den Personen, außer man trifft sich mal. |
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Eigentlich ähnelt Cyber-Sex dem schon länger bekannten Telefonsex. Die Kommunikation wird allerdings auf den bloßen Text reduziert. Weil nur Worte vermittelt werden, kann jeder der Partner eine nicht nachprüfbare Identität annehmen. Keiner der Partner kann sich wirklich sicher sein, mit wem er es zu tun hat. Das bezieht sich ? anders als beim Telefonsex ? auch auf das Geschlecht.
Laut einer Abhandlung der Universität Münster gehören folgende Formen der Netz-Erotik zum Cyber-Sex: CD-Roms mit 3D-Effekten, Chats mit sexbetonter Kommunikation, Videos und das Angebot von Cyberprostituierten.
Im Rahmen ihrer Studie befragten Parks und Floyd 528 Personen. Aus insgesamt 24 zufällig ausgewählten Newsgroups wurden je 22 Personen Fragen per E-Mail zugeschickt. 176 Personen (33,3%) beantworteten die ihnen zugeschickten Unterlagen. Der typische Beantworter war 32 Jahre alt, männlich, ledig, nahm seit zwei Jahren an Internet-Newsgroups teil und wirkte monatlich bei etwa fünf Gruppen mit.
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Im ersten Abschnitt ihrer Untersuchung kamen Parks/Floyd zu dem Ergebnis, dass persönliche Beziehungen im Internet durchaus üblich sind: Zwei Drittel der Befragten entwickelten eine persönliche Beziehung zu einer Person, die sie in einer Newsgroup kennengelernt hatten. Hierbei gibt es keine Unterschiede zwischen den unterschiedlichen untersuchten Themengruppen (zum Beispiel Computer, Sport/Erholung oder Soziales/Kulturelles). Die meisten Freundschaften existieren erst seit weniger als einem Jahr. Hierbei findet jedoch eine regelmäßige Kommunikation statt: bei 85% der Befragten ca. drei- bis viermal in der Woche. |
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Der zweite Abschnitt ist meines Erachtens der interessanteste Teil der Untersuchung, da erstmals das Wesen von Internet-Beziehungen näher beleuchtet werden soll. Im Allgemeinen entwickelt sich eine zwischenmenschliche Beziehung dahingehend, dass die teilnehmenden Personen auf komplexere Art voneinander abhängig sind. Die Befragten schätzten ihre Interaktionsintensität normal bis hoch ein. Für die Gebiete „gegenseitige Einschätzung/gegenseitiges Verständnis“ und „Gefühl der Verpflichtung/Wunsch die Beziehung weiterzuführen“ gab es keine auffälligen Werte. |
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Fazit: Die Wissenschaftler Parks und Floyd widerlegen die These, dass das Internet Beziehungen und Freundschaften verhindert.
Obwohl an einigen Punkten umstritten, bietet Cyber-Sex eine Reihe von Vorteilen, die ihn für den Alltag attraktiv machen. Im Angesicht von Aids, ungewollten Schwangerschaften und durch Sex übertragenen Krankheiten kann der Cyber-Sex eine Alternative sein.
Hinzu kommt das Argument, dass Sex innerhalb der virtuellen Gemeinschaften sehr spannend sein kann. Bei sexuellen Praktiken während des Chattens wird der Reiz der Romantik des Unbekannten erfahren. Da hier die Anonymität vollkommen Gewähr leistet ist und man nur ein imaginäres Bild von der anderen Person zur Verfügung hat, „verliebt“ man sich in die subjektiven Vorstellung, die man von einer Person hat. Die verführerische Kraft kommt aus derselben Quelle, wie die Verschleierung bei den Muslimen, die dem Blick alles ? außer den Augen ? vorenthält: Es ist das verlockende Geheimnis des Nichtsichtbaren.
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