Bist du als Scheidungskind bei deiner Mutter aufgewachsen? Hat dich deine Ma in keinem Fußballverein angemeldet und hat sie dir nie beigebracht, wie man am Auto das Öl wechselt? Hat sie auch immer den Handwerker gerufen, wenn es nicht nur darum ging, einen Nagel in die Wand zu hämmern? Kurz um: fehlte der richtige Mann im Haus? Bist du so ein richtiges Weichei?
Tja, dann geht’s dir wie mir ? und wie einigen anderen Schwulen auch. Ist eine der Ursachen für Homosexualität also tatsächlich in der Erziehung zu suchen?
Meine Antwort lautet eindeutig: Nein! Diese Art der antiautoritären Erziehung ist nicht die Ursache für Homosexualität, sondern fördert, sich selbstbewusst und ohne Fremdeinwirkung zur einen, zur anderen oder zu beiden Seiten zu gesellen.
Vielleicht hat die Mutter im obigen Beispiel aus dir keinen Fußballer machen wollen, weil sie weiß, dass du gar keinen Spaß daran hättest, warum sollte sie dir ferner zeigen, wie man Öl am Auto wechselt und wie man den Handwerker im Haus perfekt ersetzt?! Die Mutter denkt nicht in Klischees und hat alles richtig gemacht: Sie lässt dir deine Freiheiten für eigene Erfahrungen und (ver-)formt dich nicht zu einem echten Kerl, wie ihn der Großteil der Gesellschaft gerne sehen würde. Du sollst dich frei entfalten können ? und wenn du eben homosexuell wirst, na gut, sei’s drum!
Andererseits können Eltern natürlich durch massiven Druck das Kind zur Heterosexualität zwingen. Aber damit haben sie es nicht wirklich umpolen können, sondern unterdrücken lediglich die Veranlagung. Ob der Mensch später einmal glücklich wird und früher oder später nicht doch zum andern Ufer schwimmt, darf durchaus bezweifelt werden.
| Die Heterogesellschaft im Dauer Scheibenkleister | 24.04.2009 |
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