Titel/Autor/DatumInhalt
Kein neuer BeitragHörst du auf dein Herz?
AusgetretenKimahri
14.12.2007 03:09

3x geändert, zuletzt am
14.12.2007 03:40

Deine Bewertung:
1 Stern2 Sterne3 Sterne3 Sterne5 Sterne


Antwort zu diesem Beitrag schreiben  |  Unerwünschten Beitrag melden

Hallo zusammen!

Ich hatte heute einfach mal Lust dazu mich hinzusetzen und einige meiner Gedanken abzutippen:

Im Hintergrund läuft gerade Andain mit "Beautiful Things" - ein wunderschöner Trancetrack, der es wirklich schafft daran zu erinnern, dass es wirklich wunderschöne Dinge auf der Welt gibt! (Mal ganz abgesehen davon, dass man zu der Nummer gut abzappeln kann... *g*)

Da stellt sich oft die Frage: "Wer hat eigentlich was verdient?" Ist sowas Fügung des Schicksals, oder doch Glückssache? Bekommen nur Egoisten das was sie wollen oder ist das, was man als wunderschön bezeichnet, doch nur Interpretationssache?

Anzunehmen, der Mensch allein hat es in der Hand wieviel Glück er im Leben hat, empfinde ich als arrogant. Natürlich liegt es an jedem selbst, wie viel Geld er verdient, wie viele dicke Autos er fährt und welchen Status man in der Gesellschaft hat. Aber eben das kann ich für mich nicht als Glück bezeichnen, denn auf die Gesellschaft kommt es eben an!

Wir leben in einer kapitalistischen Gesellschaft in der der Mensch verheizt und weniger als Individuum gesehen wird. Was übrig bleibt kann man dann im schlimmsten Fall im Irrenhaus besuchen.
Von daher sind solche Dinge für mich eher Statussymbole, als das wahre Glück! Was nützen solche tollen Dinge, wenn man am Ende niemanden hat, der hinter einem steht? Oft ist es doch nur Pflichterfüllung, als dass einem der Mensch ansich wirklich etwas bedeutet.
Man hat vermeindlich Vieles im Leben erreicht. Einen tollen Job, das Lieblingsauto und eine schöne Wohnung oder gar ein Haus gehabt. Und vielleicht wurde auch geheiratet und es gibt Nachkommen....

Das soll nicht heissen, dass es sowas wie echte Wertschätzung oder Liebe nicht mehr gibt. Ich z.B. habe die Hoffung da nicht aufgegeben, denn in meinem Leben gibt es Menschen die "echt" sind. Nur wird es immer schwieriger solche Menschen zu finden. Aber ich kriege immer mehr in tiefgehenden Gesprächen mit, dass viele die Hoffnung einfach aufgeben und dann lieber auch kaltherzig duch die Welt gehen.

Bleibt also noch die Hoffnung, dass sich eines Tages wieder etwas ändert. Dass die Menschen wach werden, und dass dieses "Erwachen" nicht als depressive Erkrankung, sondern als die elementare, bzw. realistische Sicht für die Dinge gesehen wird. Depressionen gibt es nicht! Diese Krankheit wurde nur erfunden, damit der Arzt dir Tabletten verschreiben kann, damit du zugedröhnt bist um die Wahrheit leichter zu ertragen.

"Och, guck mal! Der Arme hat ne Depri!  Haste Aua? Tut's sehr weh?" Da würde ich am liebsten immer sagen: "Ey Arschloch! Wann warst du das letzte mal so richtig verliebt? Als du dir den neuen Porsche gekauft, oder als du dich an deiner Tochter vergangen hast?"

furiously

*räusper* Zugegeben: Leicht überzogen, aber es soll es nur etwas mehr verdeutlichen, was ich damit sagen will!

Die Menschen müssen wieder mehr aufeinander zugehen. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit (weil es dann Geschenke gibt), sondern grundsätzlich! Das Risiko auf einen Spassel zu treffen gibt es immer, aber aus Selbstschutz jede Chance abzulehnen finde ich doof.

Was hat man denn schon zu verlieren, wenn man es einfach mal auf sein Herz anstatt auf seinen Kopf hört? Eigentlich kann man dann doch nur dazugewinnen: Entweder an Erfahrung, einen lieben Menschen oder sogar die Liebe....

Vielleicht möchte der Ein- oder Andere ja etwas dazu sagen. Es wäre  interessant eure Meinung dazu zu lesen. Euer Feedback würde mich jedenfalls sehr freuen! Smile

Alles Liebe

Kimahri


Hörst du auf dein Herz?

Ich stimme dem voll und ganz zu.
0037,5%(3)
Ich stimme dem überwiegend zu.
0050%(4)
Ich stimme dem eher weniger zu.
 0%(0)
Ich stimme dem gar nicht zu.
0012,5%(1)

Insgesamt schon 8 Stimmen abgegeben.

Um selbst abzustimmen, musst du GA-Mitglied sein und dich einloggen.

Kein neuer BeitragAW: Hörst du auf dein Herz?
OfflineUnlivedMemories
14.12.2007 22:18

1x geändert, zuletzt am
14.12.2007 22:24

Deine Bewertung:
1 Stern2 Sterne3 Sterne3 Sterne5 Sterne


Antwort zu diesem Beitrag schreiben  |  Unerwünschten Beitrag melden

Ajo, dazu möchte man viel schreiben, fragt sich aber, wo die vielleicht 15 Menschen pro Million sind, die es freiwillig lesen, und die 3 davon, die sich auch noch damit auseinandersetzen, sich die Mühe geben.

Depression gibt es als "Krankheit" im Sinne von Stoffwechsel-Defizienzen oder Multifaktor-Auswirkungen schon irgendwie, ich würde aber ( schreibe ein Buch dazu ) meinen, dass ein Großteil der Depressionen in der Welt Lebensantworten sind -- also Reaktionen darauf, was das Leben den Menschen so zuspült. Ich schätze, die Maskeradengesellschaft und vielschichtige intersoziale Zusammenhänge --so auch der Zeitverwendungsfaktor, welcher zur Hektik führt, die Stressherde, die innergesellschaftliche Abkühlung, die Gewichtung des Materialismus und das quasi wirtschaftlich forcierte Ellenbogenverhalten ( wer bestehen will, muss sich durchboxen ) sind Teilbereiche, die dazu hin einwirken.
Ein anderer Teilbereich ist sicher auch eine potenzielle neue Profitquellen erschließende Pharmaindustrie in Zusammenarbeit mit Interpretierern aus der Psychowissenschaftsecke, die jede Verhaltensabweichung ( wovon dies und jenes abweicht, beantworten nicht einmal Wissenschaftler klar und deutlich ) in irgend etwas Krankhaftes einsortieren, und wo dafür dann die Konzipierung von Wirkstoffen stattfindet. Ich schätze, es wird irgendwann die Glückspille oder Fohsinns-Injektion geben, die jeder nehmen kann, oder auch jeden mit künstlichem Glück vollpumpen kann, selbst wenn die Erlebniswirklichkeit dieser Menschen das natürliche Glücklichsein nicht bedingt.
Irgendwann ist auch das Neurotransmittersystem so weit aufgeschlüsselt, dass man zumindest für den schönen Schein jedem das Dauerlächeln aufbügeln kann.

Fatal finde ich, dass Glück, Glücklichsein und Heiterkeit in der heutigen Welt inflationär vorausgesetzt werden, um an  der Gesellschaft teilhaben zu können. Leute, die entweder nicht maskieren können -- also nicht so tun können, als wären sie vornehmlich heiter drauf -- fallen da durch die Raster. Auch die Arbeitswelt erwartet schiere Perfektion -- wer schwächelt, kann ersetzt werden. Also perfektionieren die Menschen ihre Heiterkeitsmaskerade, um ja nicht negativ wahrgenommen zu werden. Wer sich selbst und anderen gegenüber ehrlich bleibt, endet oft geng ohne eigenes Zutun in der Verliererschlaufe. Eine Erwartungshaltung, die zu einer Art Glückszwang um jeden Preis, echt oder gespielt verführt, bringt die Wirklichkeitswahrnehmung  und -betachtung in einen kipplastigen Zustand. Unsere Gesellschaft lehnt alles negativ Wertbare als "krank" ab, vergisst dabei aber, dass auch Trauer oder Melancholie natürliche Empfindungen innerhalb der Stimmungsfähigkeit des Menschen sind.

Dazu kommen die von Dir auch mit angesprochenen Faktoren. In der kapitalistischen Gesellschaft wird der Lebenswert des Menschen darüber definiert, ob und wie viel Geld aus ihm schöpfbar ist. Das unterteilt in weitere Verlierer und Gewinner, anstatt den Menschen nach seinen individuellen Fähigkeiten spezifisch in seiner Einzelvereigenschaftung zu begreifen. Solange da allerdings keine Gleichwertigkeit aller Menschen anerkannt steht, sehe ich keine große Hoffnung für ein Umschlagen der Entwicklung. Der Mensch ist zwar ethisch und geistig dazu befähigt, solche Einsicht zu erreichen, aber er hängt an der Nadel seiner selbst geschaffenen Systeme -- solange das Geld wichtiger ist als alles andere, einschließlich Leben, Akzeptanz und weiteres, kann man sein Glück eben nur bedingt selbst erwerben.

Abgesehen davon -- was passiert, wenn Du 50 Milliarden Dollar nimmst, in en Geschäft gehst, und ein Gramm Glück kaufen willst? Einen Liter Gesundheit, einmal Freundschaft oder eine Femtosekunde ehrlicher Liebe?

Insofern würde ich nicht überall sagen, dass man sein Glück schmieden kann. Es fällt zu ... in kleinen, unscheinbaren Momenten oft, die dann von vielen verkannt werden.

Reaktive Depression halte ich auch nicht für eine Krankheit, ebenso Melancholie.Übersetzt bedeutet das sogar so etwas wie "Klarsicht" Wenn Antworten auf das Leben Krankheitenwären, dann wäre auch das Glück, die Liebe, die Freude oder die Hoffnung eine Krankheit. Dass die Menschen neu lernen sollten, wieder aufeinander zuzugehen, kann schon sein. Bis in 10 oder 20 Jahren wird es dafür wahrscheinlch spezialisierte Fachleute geben, die Menschen beibringen, wie man etwa ein Gespräch führt, oder Leute kennen lernt. Die verdienen dann an der gewachsenen Unfähigkeit vieler Menschen zu zwischenmenschlicher Interaktion. Das sage ich einfach mal vorher... ganz ohne größenwahnsinnig zu denken.

Andererseits ist vieles nicht so einfach gelöst. Ich habe auch aufgegeben, auf Menschen noch frei zuzugehen. Die negativen Erfahrungen waren mit der Zeit einfach zu viel für's Nervenkostüm, und  die Resignation kam mit der Erkenntnis, dass die Bedingungen zum Erreichen des Bekanntschaftslevels einfach zu hohe Messlatten enthalten. Da zählt das Alter, das Äußere, die Klamotten, die Musik, die man hört, eine potenzielle Brauchbarkeit als mögliches Sexobjekt wesentlich mehr als einfach strukturiertes Interesse an ähnlichen Hobbies. Dem liegen allerdings biologisch geprägte Kriterien-Kataloge zu Grunde, gegen die Mensch selbst nur mit sehr großem Glück bestehen kann.

Auf's Herz höre ich trotz allem, auch wenn es letztendlich ein Schritt in eine gewisse Einsamkeit war. Andererseits habe ich "Aufnahme" in einigen Hetero-Bekanntenkreisen gefunden, und bin heute dank den im Ausland "richtigen Menschen" nicht mehr hoffnungslos allein.
( Früher sagte man mir oft : Du triffst nur die falschen Leute. Überall waren also die falschen Leute -- so schien es mit der Zeit, oder ich war der "Falsche" für die. )
Wenn man auch auf das Herz vertraut, so heißt es doch, dass man dabei den Verstand nicht ausschalten sollte!!!

Ich stimme Dir also überwiegend zu, aber nicht in allen Ebenen oder alle Aspekte betreffend.
Kein neuer BeitragAW: Hörst du auf dein Herz?
AusgetretenKimahri
14.12.2007 22:55

Deine Bewertung:
1 Stern2 Sterne3 Sterne3 Sterne5 Sterne


Antwort zu diesem Beitrag schreiben  |  Unerwünschten Beitrag melden

Uiuiuiuiuiuiiiii! Smile

Vielen Dank, dass du dir soooo viel Mühe mit deinem Feedback gemacht hast. Nur wollte ich hier nicht unbedingt auf der wissenschaftlichen, sondern vielmehr auf der emotionalen Ebene erfahren, was andere Menschen darüber denken, bzw. dazu sagen möchten.

Ich finde, dass eben (oder gerade) die sozialen Defizite in unserer Gesellschaft auch für ein chemisches Ungleichgewicht im Kopf sorgen können. Der Körper ist ja bekanntlich der Spiegel der Seele. Wie man da jetzt alles im Einzelnen fachlich ausdrückt ist mal schön zu erfahren, aber im Prinzip nicht von Belang, wenn man es nachempfinden kann.

Du sagst, du hättest die Hoffnung schon aufgegeben, hörst aber gleichzeitig auf dein Herz?! Dann ist die emotionale Seite in dir wohl zum Glück noch stärker, als dein Kopf!

Nach aussen hin tun viele einfach nur cool. Aber in ihrem Innerem brodelts dann doch gewaltig. Nur finde ich, dass man das nicht unterdrücken darf. Ich bin der Meinung, dass genau dieses (von vielen vorgelebte) Unterdrücken von Emotionen dazu führt abzukühlen oder nicht mehr lachen zu können, wenn einem danach ist.

Musst du weinen- weine! Musst du lachen- lache! Und da ist es mir herzlich egal, was andere davon halten. Denn am Ende tut man sich nur selbst damit weh, wenn man sich zurückhält...

Insgesamt 3 Beiträge.