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AusgetretenRayDus
10.12.2009 14:43

1x geändert, zuletzt am
11.12.2009 15:24

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Rückblick:
Wir schreiben das Jahr 1976, ich bin gerade mal 15 Jahre alt, und habe mich zum ersten Mal so richtig in ein Mädchen verguggt! Doch meine "Angebetete" hat seit kurzem einen neuen Freund - ausgerechent meinen Klassenkameraden! Also beginnt die Zeit des Wartens.... bis 1978, als ich sie aus den Augen verliere. Tja, Schicksal!
1982: Durch einen dummen Zufall sehen wir uns wieder - sie wohnt ganz in meiner Nähe, doch ihr Freund prügelt mich fast aus der Wohnung und die Katze beißt mich in den Zeh, als wir uns eines Abends näher kommen  - scheinbar bin ich nicht erwünscht! Also war das wieder nix. Nun erwische ich mich in letzter Zeit auch immer wieder dabei, daß ich mir Bilder von nackten Jungs anschaue, oder mich auf der Straße und im Strandbad nach ihnen umdrehe - aber ich und schwul? Im Leben nicht!!
1989: Immer öfter versuche ich, einen Blick auf einen schönen männlichen Körper zu erhaschen, und unauffällig einen kurzen Körperkontakt herzustellen - so langsam (immerhin bin ich inzwischen 28) bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es nicht doch lieber ein Mann sein sollte....
1992: Eines Abends steht sie auf einmal vor meiner Tür - allein! Und nach einem schönen Abend landen wir in meinem Bett - ein Traum, auf den ich so lange gewartet habe, geht in Erfüllung! Also kann ich doch nicht schwul sein! Oder?
1994: Die Hochzeitsglocken klingeln! Für die nächsten Jahre sind wir glücklich und alles geht gut.... bis
2005: wir haben uns auseinandergelebt, sie hat einen neuen Freund, und ich suche schon seit 2 Jahren (mehr oder weniger unauffällig) immer öfter Kontakt zu Männern. Aber wie? Mein erster noch sehr schüchterner Ausflug in die Szene führt mich ausgerechnet in ein Stricher-Lokal; die Jungs sind süß, aber Liebe für Geld will ich nicht. Also doch schwul - na und?? Im Internet finde ich das eine oder andere Gay-Forum, und auch gegenüber meinen Freunden beginne ich, offen über dieses Thema zu sprechen. Die ersten zaghaften Versuche eines Outings! Ich habe nicht gedacht, daß es so schwer und doch so leicht sein kann! Nach ein paar kleineren Abenteuern (meist mit Internet-Bekanntschaften) läuft mir dann -1 1/2 Jahre später-  mein "Traummann" über die Füße (so dachte ich zumindest). Ein erstes Treffen im Cafe "Seitensprung" (wie treffend doch der Name passt!) - ein paar Tage später fahre ich dann übers Wochenende zu ihm - und erlebe zum ersten Mal wirklich intensiv, wie schön es mit einem Mann sein kann! Schon das langsame gegenzeitige Ausziehen in der Küche jagt mir eine Gänsehaut nach der Anderen über den Körper, und ich kann es kaum erwarten.Ich habe das Gefühl, daß die Zeit stehengeblieben ist und diese Nacht niemals enden darf... Langsam tastet er sich mit seinen Händen und seinen Lippen immer weiter abwärts an meinem Körper; und auch ich möchte jede noch so kleine Stelle von seiner Haut spüren. Schließlich nimmt er mich an die Hand und zieht mich lächelnd ins Schlafzimmer. Endlich gehöre ich ganz ihm und er mir - mein richtiges "erstes Mal" mit dem Mann, der mir wieder den Glanz in meine Augen gezaubert hat.
Der nächste Morgen - er schläft noch; verliebt schaue ich ihn an und schleiche mich leise hinunter in die Küche. Gerade habe ich Kaffee aufgesetzt - da steht er plötzlich hinter mir, nimmt mich in die Arme und flüstert mir ein zärtliches "Guten Morgen" ins Ohr. Nun ja, das Frühstück haben wir dann erstmal noch um ein gutes Stündchen verschoben.... Doch auch das schönste Wochendende geht einmal vorbei, und ich mache mich schweren Herzens auf den Heimweg.- Noch viele wunderschöne Wochenenden sollten folgen, bis wir dann feststellen mußten, daß es wohl doch nicht "für immer" sein soll.
Nun bin ich wieder Single, aber ich denke noch oft und gerne an ihn und ich habe aus dieser Beziehung viel mitgenommen: Ja, es gibt sie also doch - die wahre Liebe unter Männern! Und: JA, ich BIN schwul, und endlich brauche ich mich und meine Gefühle nicht mehr zu verstecken! Die  Erkenntnis kommt spät, aber noch lange nicht zu spät!  
Viellecht gibt es ja doch noch den Mann, mit dem ich mein Leben teilen will? Die Hoffnung ist der Zündfunke des Glücks.....  

Nachtrag: Dies ist (m)eine wahre Geschichte, so habe ich -mit Mitte 40- mein wirkliches Ich gefunden ...   [/font]

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